Abhängigkeit hat viele Gesichter

so kann man süchtig sein nach Alkohol, Drogen, Tabak, Medikamenten, Arbeit, Essen oder Süßigkeiten. Daneben gibt es Abhängigkeiten rein emotionaler Art, Zuwendung, der Meinung anderer Menschen, von Medien, Partnern usw. Man kann fast sagen, in unserer Gesellschaft ist Abhängigkeit eher die Regel als die Ausnahme. Es gibt auch gesunde wechselseitige Abhängigkeiten, davon ist hier aber nicht die Rede.

Um frei davon zu werden, ist Verständnis und Achtung für die eigene Geschichte und die inneren Konflikte maßgeblich, den inneren Stress, der manchmal gar nicht wirklich wahrgenommen wird. Oft kommt es hier zu Mißverständnissen. Es heißt nicht, dass wir Alles gut heißen, was wir bislang gemacht haben. Fehler sind menschlich, aber wir stellen uns deshalb nicht als Mensch grundsätzlich in Frage. Das Gefühl, schuldig oder nicht richtig oder nicht gut genug zu sein und die innere Abwertung (wieso schaffe ich das nicht...ich bin einfach zu...) führt zu weiterer tiefer Frustration und der Weg zu einer gesünderen Lebensweise wird dadurch noch erschwert. Erst wenn wir ein Gefühl dafür haben, warum wir so oder so leben, kann Veränderung stattfinden.

In der chinesischen Medizin werden Symptome seit jeher ganzheitlich betrachtet. Gefühle müssen hier demnach nicht nur geistig verdaut werden, sondern bildlich auch im Verdauungstrakt verdaut und über Energiebahnen durch den Körper geleitet werden. Erstaunlich, da man heute weiß, dass die chemischen Botenstoffe, die durch Gefühle ausgeschüttet werden, über den ganzen Körper verteilt werden!

Behandelt wird in der chinesischen Medizin ganzheitlich, das heißt, dass Kräuterrezepturen zum Beispiel die Verdauung unterstützen, die Verdauungsorgane, aber auch die geistige Verdauung und begleitend zu einer Psychotherapie eingenommen werden können.

In der körperorientierten bzw achtsamkeitszentrierten Psychotherapie wird die Verarbeitung von Gefühlen und der eigenen Geschichte ganzeitlich betrachtet, Gedanken, Gefühle und Empfindungen werden achtsam wahrgenommen, damit Veränderung in der Tiefe von innen heraus wachsen kann.